Daily Message
Bibelverse
Für den 21.10.2017
Psalm 66,3-5
Sprechet zu Gott: Wie wunderbar sind deine Werke! Ob der Größe deiner Macht schmeicheln dir deine Feinde. Alle Welt bete dich an und lobsinge dir, lobsinge deinem Namen! Kommt her und schauet die Werke Gottes, dessen Tun an den Menschenkindern so wunderbar ist!

Markus 5,33-34
Aber die Frau kam mit Furcht und Zittern, weil sie wußte, was an ihr geschehen war, kam und warf sich vor ihm nieder und sagte ihm die ganze Wahrheit. Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dir geholfen! Gehe hin im Frieden und sei von deiner Plage gesund!
 
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Der Brief des Paulus an die Römer


Vortrag zum Römer 1, 1-16 (Werner Köhler)





Das 1. Kapitel

Die Gerechtigkeit kommt nicht aus dem Gesetz der Natur und dessen Werken, denn alle Heiden sind Sünder und Ungerechte.


1. Paulus, ein Knecht JEsu Christi, berufen zum Apostel, ausgesondert, zu predigen das Evangelium GOttes,

2. welches er zuvor verheißen hat durch seine Propheten in der Heiligen Schrift,

3. von seinem Sohn, der geboren ist von dem Samen Davids nach dem Fleisch

4. und kräftiglich erweiset ein Sohn GOttes nach dem Geist, der da heiliget, seit der Zeit er auferstanden ist von den Toten, nämlich JEsus Christus, unser HErr

5. (durch welchen wir haben empfangen Gnade und Apostelamt, unter allen Heiden den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter seinem Namen,

6. welcher ihr zum Teil auch seid, die da berufen sind von JEsu Christo):

7. Allen, die zu Rom sind, den Liebsten GOttes und berufenen Heiligen: Gnade sei mit euch und Friede von GOtt, unserm Vater, und dem HErrn JEsus Christus!

8. Aufs erste danke ich meinem GOtt durch JEsum Christum euer aller halben, daß man von eurem Glauben in aller Welt saget.

9. Denn GOtt ist mein Zeuge, welchem ich diene in meinem Geist am Evangelium von seinem Sohn, daß ich ohne Unterlaß euer gedenke

10. und allezeit in meinem Gebet flehe, ob sich‘s einmal zutragen wollte, daß ich zu euch käme durch GOttes Willen.

11. Denn mich verlanget, euch zu sehen, auf daß ich euch mitteile etwas geistlicher Gabe, euch zu stärken,

12. das ist, daß ich samt euch getröstet würde durch euren und meinen Glauben, den wir untereinander haben.

13. Ich will euch aber nicht verhalten, liebe Brüder, daß ich mir oft habe vorgesetzt, zu euch zu kommen (bin aber verhindert bisher), daß ich auch unter euch Frucht schaffete gleichwie unter andern Heiden.

14. Ich bin ein Schuldner beide, der Griechen und der Ungriechen, beide, der Weisen und der Unweisen.

15. Darum, soviel an mir ist bin ich geneigt, auch euch zu Rom das Evangelium zu predigen.

16. Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christo nicht; denn es ist eine Kraft GOttes, die da selig machet alle, die daran glauben, die Juden vornehm-lich und auch die Griechen,

17. sintemal darinnen offenbaret wird die Gerechtigkeit, die vor GOtt gilt, welche kommt aus Glauben in Glauben; wie denn geschrieben stehet: Der Gerechte wird seines Glaubens leben.

18. Denn GOttes Zorn vom Himmel wird offenbart über alles gottlose Wesen und Ungerechtigkeit der Menschen, die die Wahrheit in Ungerechtigkeit aufhalten.

19. Denn daß man weiß, daß GOtt sei, ist ihnen offenbar; denn GOtt hat es ihnen offenbart

20. damit, daß GOttes unsichtbares Wesen, das ist, seine ewige Kraft und Gottheit, wird ersehen, so man des wahrnimmt an den Werken, nämlich an der Schöpfung der Welt, also daß sie keine Entschuldigung haben,

21. dieweil sie wußten, daß ein GOtt ist, und haben ihn nicht gepreiset als einen GOtt noch gedanket, sondern sind in ihrem Dichten eitel worden, und ihr unverständiges Herz ist verfinstert.

22. Da sie sich für weise hielten, sind sie zu Narren worden

23. und haben verwandelt die Herrlichkeit des unvergänglichen GOttes in ein Bild gleich dem vergänglichen Menschen und der Vögel und der vierfüßigen und der kriechenden Tiere.

24. Darum hat sie auch GOtt dahingegeben in ihrer Herzen Gelüste, in Unreinigkeit, zu schänden ihre eigenen Leiber an sich selbst.

25. Die GOttes Wahrheit haben verwandelt in die Lüge und haben geehret und gedienet dem Geschöpfe mehr denn dem Schöpfer, der da gelobet ist in Ewig-keit. Amen.

26. Darum hat sie GOtt auch dahingegeben in schändliche Lüste. Denn ihre Weiber haben verwandelt den natürlichen Brauch in den unnatürlichen

27. Desselbigengleichen auch die Männer haben verlassen den natürlichen Brauch des Weibes und sind aneinander erhitzet in ihren Lüsten, und haben Mann mit Mann Schande gewirket und den Lohn ihres Irrtums (wie es denn sein sollte) an sich selbst empfangen.

28. Und gleichwie sie nicht geachtet haben, daß sie GOtt erkenneten, hat sie GOtt auch dahingegeben in verkehrten Sinn, zutun, was nicht taugt,

29. voll alles Ungerechten, Hurerei, Schalkheit, Geizes, Bosheit, voll Hasses, Mordes, Haders, List, giftig, Ohrenbläser,

30. Verleumder, Gottesverächter, Frevler, hoffärtig, ruhmredig, Schädliche, den Eltern ungehorsam,

31. Unvernünftige, Treulose, störrig, unversöhnlich, unbarmherzig

32. die GOttes Gerechtigkeit Wissen (daß, die solches tun, des Todes würdig sind), tun sie es nicht allein, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun.

Das 2. Kapitel


Die Juden sind ebensowohl Sünder wie die Heiden, ob sie sich gleich des Gesetzes Moses und der Beschneidung rühmen.

1. Darum, o Mensch, kannst du dich nicht entschuldigen, wer du bist, der da richtet; denn worinnen du einen andern richtest, verdammst du dich selbst, sinte-mal du eben dasselbige tust, was du richtest.

2. Denn wir wissen, daß GOttes Urteil ist recht über die, so solches tun.

3. Denkest du aber, o Mensch, der du richtest die, so solches tun, und tust auch dasselbige, daß du dem Urteil GOttes entrinnen werdest?

4. Oder verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmütigkeit? Weißt du nicht, daß dich GOttes Güte zur Buße leitet?

5. Du aber nach deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufest dir selbst den Zorn auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes GOttes

6. welcher geben wird einem jeglichen nach seinen Werken,

7. nämlich Preis und Ehre und, unvergängliches Wesen denen, die mit Geduld in guten Werken trachten nach dem ewigen Leben,

8. aber denen, die da zänkisch sind und der Wahrheit nicht gehorchen, gehorchen aber dem Ungerechten, Ungnade und Zorn;

9. Trübsal und Angst über alle Seelen der Menschen, die da Böses tun, vornehmlich der Juden und auch der Griechen;. Preis aber und Ehre und Friede allen denen, die da Gutes tun, vornehmlich den Juden und auch den Griechen.

11. Denn es ist kein Ansehen der Person vor GOtt.

12. Welche ohne Gesetz gesündigt haben, die werden auch ohne Gesetz verloren werden; und welche am Gesetz gesündiget haben, die werden durchs Gesetz verurteilt werden,

13. sintemal vor GOtt nicht, die das Gesetz hören, gerecht sind, sondern die das Gesetz tun, werden gerecht sein.

14. Denn so die Heiden, die das Gesetz nicht haben und doch von Natur tun des Gesetzes Werk, dieselbigen, dieweil sie das Gesetz nicht haben, sind sie sich selbst ein Gesetz

15. damit, daß sie beweisen, des Gesetzes Werk sei beschrieben in ihrem Herzen, sintemal ihr Gewissen sie bezeuget, dazu auch die Gedanken, die sich untereinander verklagen oder entschuldigen,

16. auf den Tag, da GOtt das Verborgene der Menschen durch JEsum Christum richten wird laut meines Evangeliums.

17. Siehe aber zu, du heißest ein Jude und verlässest dich aufs Gesetz und rühmest dich GOttes

18. und weißt seinen Willen, und weil du aus dem Gesetz unterrichtet bist, prüfest du, was das Beste zu tun sei,

19. und vermissest dich, zu sein ein Leiter der Blinden ein Licht derer, die in Finsternis sind,

20. ein Züchtiger der Törichten, ein Lehrer der Einfältigen, hast die Form, was zu wissen und recht ist im Gesetz.

21. Nun lehrest du andere und lehrest dich selber nicht. Du predigest, man solle nicht stehlen, und du stiehlst.

22. Du sprichst, man solle nicht ehebrechen, und du brichst die Ehe. Dir greuelt vor den Götzen und raubest GOtt, was sein ist.

23. Du rühmest dich des Gesetzes und schändest GOtt durch Übertretung des Gesetzes.

24. Denn eurethalben wird GOttes Name gelästert unter den Heiden, als geschrieben stehet.

25. Die Beschneidung ist wohl nütz wenn du das Gesetz hältst; hältst du aber das Gesetz nicht, so ist deine Beschneidung schon eine Vorhaut worden.

26. So nun die Vorhaut das Recht im Gesetz hält, meinest du nicht, daß seine Vorhaut werde für eine Beschneidung gerechnet?

27. Und wird also, was von Natur eine Vorhaut ist und das Gesetz vollbringet, dich richten, der du unter dem Buchstaben und Beschneidung bist und das Ge-setz übertrittst.

28. Denn das ist nicht ein Jude, der auswendig ein Jude ist, auch ist das nicht eine Beschneidung, die auswendig im Fleisch geschieht,

29. sondern das ist ein Jude, der inwendig verborgen ist, und die Beschneidung des Herzens ist eine Beschneidung, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht, welches Lob ist nicht aus Menschen, sondern aus GOtt

Das 3. Kapitel


Die Gerechtigkeit kommt aus dem Glauben.

1. Was haben denn die Juden Vorteils, oder was nützt die Beschneidung?

2. Zwar fast viel. Zum ersten, ihnen ist vertrauet, was GOtt geredet hat.

3. Daß aber etliche nicht glauben an dasselbige, was liegt daran? Sollte ihr Unglaube GOttes Glauben aufheben?

4. Das sei ferne! Es bleibe vielmehr also daß Gott sei wahrhaftig und alle Menschen falsch; wie geschrieben steht: Auf daß du gerecht seiest in deinen Worten und überwindest, wenn du gerichtet wirst.

5. Ist‘s aber also, daß unsere Ungerechtigkeit GOttes Gerechtigkeit preiset, was wollen wir sagen? Ist denn GOtt auch ungerecht, daß er darüber zürnet? (Ich rede also auf Menschenweise.)

6. Das sei ferne! Wie könnte sonst GOtt die Welt richten?

7. Denn so die Wahrheit GOttes durch meine Lüge herrlicher wird zu seinem Preis, warum sollte ich denn noch als ein Sünder gerichtet werden

8. und nicht vielmehr also tun, wie wir gelästert werden, und wie etliche sprechen, daß wir sagen sollen: Lasset uns Übel tun, auf daß Gutes daraus komme? Welcher Verdammnis ist ganz recht.

9. Was sagen wir denn nun? Haben wir einen Vorteil? Gar keinen. Denn wir haben droben bewiesen daß beide, Juden und Griechen, alle unter der Sünde sind,

10. wie denn geschrieben stehet: Da ist nicht, der gerecht sei, auch nicht einer;

11. da ist nicht, der verständig sei; da ist nicht, der nach GOtt frage.

12. Sie sind alle abgewichen und allesamt untüchtig worden; da ist nicht, der Gutes tue, auch nicht einer.

13. Ihr Schlund ist ein offen Grab; mit ihren Zungen handeln sie trüglich; Otterngift ist unter ihren Lippen;

14. ihr Mund ist voll Fluchens und Bitterkeit;

15. ihre Füße sind eilend, Blut zu vergießen;

16. in ihren Wegen ist eitel Unfall und Herzeleid

17. und den Weg des Friedens wissen sie

18. Es ist keine Furcht Gottes vor ihren Augen.

19. Wir wissen aber, daß, was das Gesetz, sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind Gesetz sind, auf daß aller Mund verstopfet werde, und alle Welt GOtt schuldig sei

20. darum, daß kein Fleisch durch des Gesetzes Werke vor ihm gerecht sein mag; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.

21. Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor GOtt gilt, offenbaret und bezeuget durch das Gesetz und die Propheten.

22. Ich sage aber von solcher Gerechtigkeit vor GOtt, die da kommt durch den Glauben an JEsum Christum zu allen und auf alle, die da glauben.

23. Denn es ist hie kein Unterschied; sie sind allzumal Sünder und mangeln des Ruhms, den sie an GOtt haben sollten,

24. und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, so durch Christum JEsum geschehen ist,. welchen GOtt hat vorgestellt zu einem Gnadenstuhl durch den Glauben in seinem Blut, damit er die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt, darbiete, in dem, daß er Sünde vergibt, welche bis anher geblieben war unter göttlicher Geduld,

26. auf daß er zu diesen Zeiten darböte die Gerechtigkeit, die vor ihm gilt, auf daß er allein gerecht sei und gerecht mache den, der da ist des Glaubens an JEsum.

27. Wo bleibt nun der Ruhm? Er ist aus. Durch welches Gesetz? durch der Werke Gesetz? Nicht also, sondern durch des Glaubens Gesetz.

28. So halten wir es nun, daß der Mensch gerecht werde ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.

29. Oder ist GOtt allein der Juden GOtt? Ist er nicht auch der Heiden GOtt? Ja freilich, auch der Heiden GOtt.

30. Sintemal es ist ein einiger GOtt, der da gerecht macht die Beschneidung aus dem Glauben und die Vorhaut durch den Glauben.

31. Wie? heben wir denn das Gesetz auf durch den Glauben? Das sei ferne! sondern wir richten das Gesetz auf.

Das 4. Kapitel


Die Gerechtigkeit des Glaubens wird durch das Exempel Abrahams erklärt.

1. Was sagen wir denn von unserm Vater Abraham, daß er gefunden habe nach dem Fleisch?

2. Das sagen wir: Ist Abraham durch die Werke gerecht, so hat er wohl Ruhm, aber nicht vor GOtt.

3. Was sagt denn die Schrift? Abraham hat GOtt geglaubet, und das ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet.

4. Dem aber, der mit Werken umgehet, wird der Lohn nicht aus Gnade zugerechnet, sondern aus Pflicht.

5. Dem aber, der nicht mit Werken umgehet, glaubet aber an den, der die Gottlosen gerecht macht, dem wird sein Glaube gerechnet zur Gerechtigkeit.

6. Nach welcher Weise auch David sagt, daß die Seligkeit sei allein des Menschen, welchem GOtt zurechnet die Gerechtigkeit ohne Zutun der Werke, da er spricht:

7. Selig sind die, welchen ihre Ungerechtigkeiten vergeben sind, und welchen ihre Sünden bedecket sind.

8. Selig ist der Mann, welchem GOtt keine Sünde zurechnet.

9. Nun, diese Seligkeit, gehet sie über die Beschneidung oder über die Vorhaut? Wir müssen je sagen, daß Abraham sei sein Glaube zur Gerechtigkeit gerechnet.

10. Wie ist er ihm denn zugerechnet, in der Beschneidung oder in der Vorhaut? Ohne Zweifel nicht in der Beschneidung, sondern in der Vorhaut.

11. Das Zeichen aber der Beschneidung empfing er zum Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, welchen er noch in der Vorhaut hatte, auf daß er Würde ein Vater aller, die da glauben in der Vorhaut, daß denselbigen solches auch gerechnet werde zur Gerechtigkeit

12. und würde auch ein Vater der Beschneidung, nicht allein derer, die von der Beschneidung sind, sondern auch derer, die wandeln in den Fußtapfen des Glaubens, welcher war in der Vorhaut unsers Vaters Abraham.

13. Denn die Verheißung, daß er sollte sein der Welt Erbe, ist nicht geschehen Abraham oder seinem Samen durchs Gesetz, sondern durch die Gerechtigkeit des Glaubens.

14. Denn wo die vom Gesetz Erben sind, so ist der Glaube nichts, und die Verheißung ist ab.

15. Sintemal das Gesetz richtet nur Zorn an; denn wo das Gesetz nicht ist, da ist auch keine Übertretung.

16. Derhalben muß die Gerechtigkeit durch den Glauben kommen, auf daß sie sei aus Gnaden, und die Verheißung fest bleibe allem Samen, nicht dem alleine, der unter dem Gesetz ist, sondern auch dem, der des Glaubens Abrahams ist, welcher ist unser aller Vater,

17. wie geschrieben stehet: Ich habe dich gesetzt zum Vater vieler Heiden vor GOtt, dem du geglaubet hast, der da lebendig machet die Toten und rufet dem, das nicht ist, daß es sei.

18. Und er hat geglaubet auf Hoffnung, da nichts zu hoffen war, auf daß er würde ein Vater vieler Heiden, wie denn zu ihm gesagt ist: Also soll dein Same sein.

19. Und er ward nicht schwach im Glauben, sah auch nicht an seinen eigenen Leib, welcher schon erstorben war, weil er fast hundertjährig war, auch nicht den erstorbenen Leib der Sara.

20. Denn er zweifelte nicht an der Verheißung GOttes durch Unglauben, sondern ward stark im Glauben und gab GOtt die Ehre

21. und wußte aufs allergewisseste, daß, was GOtt verheißet, das kann er auch tun.

22. Darum ist's ihm auch zur Gerechtigkeit gerechnet.

23. Das ist aber nicht geschrieben allein um seinetwillen, daß es ihm zugerechnet ist,

24. sondern auch um unsertwillen, welchen es soll zugerechnet werden, so wir glauben an den, der unsern HErrn JEsum auferwecket hat von den Toten.

25. welcher ist um unserer Sünden willen dahingegeben und um unserer Gerechtigkeit willen auferwecket.

Das 5. Kapitel


Von etlichen Früchten der Gerechtigkeit des Glaubens? Gegeneinanderhaltung Christi und Adams.

1. Nun wir denn sind gerecht worden durch den Glauben, so haben wir Frieden mit GOtt durch unsern HErrn JEsus Christum, Kap.

2. durch welchen wir auch einen Zugang haben im Glauben zu dieser Gnade darinnen wir stehen, und rühmen uns Hoffnung der zukünftigen Herrlichkeit die GOtt geben soll.

3. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale dieweil wir wissen, daß Trübsal Geduld bringet

4. Geduld aber bringet Erfahrung, Erfahrung aber bringet Hoffnung,

5. Hoffnung aber läßt nicht zuschanden werden. Denn die Liebe GOttes ist ausgegossen in unser Herz durch den Heiligen Geist, welcher uns gegeben ist.

6. Denn auch Christus, da wir noch, schwach waren nach der Zeit, ist für uns Gottlose gestorben.

7. Nun stirbt kaum jemand um des Rechtes willen; um etwas Gutes willen dürfte vielleicht jemand sterben.

8. Darum preiset GOtt seine Liebe gegen uns, daß Christus für uns gestorben ist, da wir noch Sünder waren.

9. So werden wir je viel mehr durch ihn behalten werden vor dem Zorn, nachdem wir durch sein Blut gerecht worden sind.

10. Denn so wir GOtt versöhnet sind durch den Tod seines Sohns, da wir noch Feinde waren, viel mehr werden wir selig werden durch sein Leben, so wir nun versöhnet sind.

11. Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch GOttes durch unsern HErrn JEsum Christum, durch welchen wir nun die Versöhnung empfangen haben.

12. Derhalben, wie durch einen Menschen die Sünde ist kommen in die Welt und der Tod durch die Sünde, und ist also der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, dieweil sie alle gesündiget haben;

13. (denn die Sünde war wohl in der Welt bis auf das Gesetz; aber wo kein Gesetz ist, da achtet man der Sünde nicht,

14. sondern der Tod herrschte von Adam an bis auf Mose, auch über die, die nicht gesündiget haben mit gleicher Übertretung wie Adam, welcher ist ein Bild des, der zukünftig war.

15. Aber nicht hält sich‘s mit der Gabe wie mit der Sünde. Denn so an eines Sünde viele gestorben sind, so ist viel mehr GOttes Gnade und Gabe vielen reichlich widerfahren durch die Gnade des einigen Menschen, JEsu Christi.

16. Und nicht ist die Gabe allein über eine Sünde wie durch des einigen Sünders einige Sünde alles Verderben. Denn das Urteil ist kommen aus einer Sünde zur Verdammnis; die Gabe aber hilft auch aus vielen Sünden zur Gerechtigkeit.

17. Denn so um des einigen Sünde willen der Tod geherrschet hat durch den einen, viel mehr werden die, so da empfangen die Fülle der Gnade und der Gabe zur Gerechtigkeit, herrschen im Leben durch einen, JEsum Christum):

18. wie nun durch eines Sünde die Verdammnis über alle Menschen kommen ist, also ist auch durch eines Gerechtigkeit die Rechtfertigung des Lebens über alle Menschen kommen.

19. Denn gleichwie durch eines Menschen Ungehorsam viel Sünder worden sind, also auch durch eines Gehorsam werden viel Gerechte.

20. Das Gesetz aber ist neben einkommen, auf daß die Sünde mächtiger würde. Wo aber die Sünde mächtig worden ist, da ist doch die Gnade viel mächtiger worden,

21. auf daß, gleichwie die Sünde geherrschet hat zu dem Tode, also auch herrsche die Gnade durch die Gerechtigkeit zum ewigen Leben durch JEsum Christum, unsern HErrn.

Das 6. Kapitel


Von der Heiligung und dem neuen Gehorsam als einer Frucht der Gerechtigkeit des Glaubens.

1. Was wollen wir hiezu sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, auf daß die Gnade desto mächtiger werde?

2. Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde wollen leben, der wir abgestorben sind?

3. Wisset ihr nicht, daß alle, die wir in JEsum Christum getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?

4. So sind wir je mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf daß, gleichwie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln.

5. So wir aber samt ihm gepflanzet werden zu gleichem Tode, so werden wir auch der Auferstehung gleich sein,

6. dieweil wir wissen, daß unser alter Mensch samt ihm gekreuziget ist, auf daß der sündliche Leib aufhöre, daß wir hinfort der Sünde nicht dienen.

7. Denn wer gestorben ist, der ist gerechtfertiget von der Sünde.

8. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, daß wir auch mit ihm leben werden 9. und wissen, daß Christus, von den Toten erwecket, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort über ihn nicht herrschen.

10. Denn das er gestorben ist; das ist er der Sünde gestorben zu einem Mal; das er aber lebet, das lebet er GOtt.

11. Also auch ihr, haltet euch dafür, daß ihr der Sünde gestorben seid und lebet GOtt in Christo JEsu, unserm HErrn.

12. So lasset nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, ihm Gehorsam zu leisten in seinen Lüsten.

13. Auch begebet nicht der Sünde eure Glieder zu Waffen der Ungerechtigkeit, sondern begebet euch selbst GOtt, als die da aus den Toten lebendig sind, und eure Glieder GOtt zu Waffen der Gerechtigkeit,

14. Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch, sintemal ihr nicht unter dem Gesetze seid, sondern unter der Gnade.

15. Wie nun? sollen wir sündigen, dieweil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne!

16. Wisset ihr nicht, welchem ihr euch begebet zu Knechten in Gehorsam, des Knechte seid ihr, dem ihr gehorsam seid, es sei der Sünde zum Tode oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit?

17. GOtt sei aber gedanket, daß ihr Knechte der Sünde gewesen seid, aber nun gehorsam worden von Herzen dem Vorbilde der Lehre, welchem ihr ergeben seid.

18. Denn nun ihr frei worden seid .von der Sünde, seid ihr Knechte worden der Gerechtigkeit.

19. Ich muß menschlich davon reden um der Schwachheit willen eures Fleisches. Gleichwie ihr eure Glieder begeben habt zu Dienste der Unreinigkeit und von einer Ungerechtigkeit zu der andern, also begebet nun auch eure Glieder zu Dienste der Gerechtigkeit, daß sie heilig werden.

20. Denn da ihr der Sünde Knechte waret, da waret ihr frei von der Gerechtigkeit.

21. Was hattet ihr nun zu der Zeit für Frucht? Welcher ihr euch jetzt schämet; denn das Ende derselbigen ist der Tod.

22. Nun ihr aber seid von der Sünde frei und GOttes Knechte worden, habt ihr eure Frucht, daß ihr heilig werdet, das Ende aber das ewige Leben.

23. Denn der Tod ist der Sünde Sold; aber die Gabe GOttes ist das ewige Leben in Christo JEsu, unserm HErrn.

Das 7. Kapitel


Von der Freiheit vom Gesetz, des Gesetzes Nutzen und Wirkung und dem Kampf des innern und äußern Menschen,

1. Wisset ihr nicht, liebe Brüder (denn ich rede mit denen, die das Gesetz wissen), daß das Gesetz herrschet über den Menschen, solange er lebet?

2. Denn ein Weib, das unter dem Manne ist, dieweil der Mann lebet, ist sie gebunden an das Gesetz; so aber der Mann stirbt, so ist sie los vom Gesetz, das den Mann betrifft.

3. Wo sie nun bei einem andern Manne ist, weil der Mann lebet, wird sie eine Ehebrecherin geheißen; so aber der Mann stirbt, ist sie frei vom Gesetz, daß sie nicht eine Ehebrecherin ist, wo sie bei einem andern Manne ist.

4. Also auch, meine Brüder, ihr seid getötet dem Gesetz durch den Leib Christi, daß ihr bei einem andern seid, nämlich bei dem, der von den Toten auferwecket ist, auf daß wir GOtt Frucht bringen.

5. Denn da wir im Fleisch waren, da waren die sündlichen Lüste, welche durchs Gesetz sich erregten, kräftig in unsern Gliedern, dem Tode Frucht zu bringe.

6. Nun aber sind wir vom Gesetz los und ihm abgestorben, das uns gefangenhielt, also daß wir dienen sollen im neuen Wesen des Geistes und nicht im alten Wesen des Buchstabens.

7. Was wollen wir denn nun sagen? Ist das Gesetz Sünde? Das sei ferne! Aber die Sünde erkannte ich nicht ohne durchs Gesetz. Denn ich wußte nichts von der Lust, wo das Gesetz nicht hätte gesagt: Laß dich nicht gelüsten!

8. Da nahm aber die Sünde Ursache am Gebot und erregte in mir allerlei Lust. Denn ohne das Gesetz war die Sünde tot.

9. Ich aber lebte etwa ohne Gesetz. Da aber das Gebot kam, ward die Sünde wieder lebendig.

10. Ich aber starb; und es befand sich, daß das Gebot mir zum Tode gereichte, das mir doch zum Leben gegeben war.

11. Denn die Sünde nahm Ursache am Gebot und betrog mich und tötete mich durch dasselbige Gebot.

12. Das Gesetz ist je heilig, und das Gebot ist heilig, recht und gut.

13. Ist denn, was da gut ist, mir ein Tod worden? Das sei ferne! Aber die Sünde, auf daß sie erscheine, wie sie Sünde ist, hat sie mir durch das Gute den Tod gewirket, auf daß die Sünde würde überaus sündig durchs Gebot.

14. Denn wir wissen, daß das Gesetz geistlich ist; ich aber bin fleischlich, unter die Sünde verkauft.

15. Denn ich weiß nicht, was, ich tue; denn ich tue nicht, was ich will, sondern was ich hasse, das tue ich.

16. So ich aber das tue, was ich nicht will, so willige ich, daß das Gesetz gut sei.

17. So tue nun ich dasselbige nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnet.

18. Denn ich weiß, daß in mir, das ist, in meinem Fleische, wohnet nichts Gutes. Wollen habe ich wohl, aber vollbringen das Gute finde ich nicht,

19. Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.

20. So ich aber tue, was ich nicht will, so tue ich dasselbige nicht, sondern die Sünde, die in mir wohnet.

21. So finde ich mir nun ein Gesetz, der ich will das Gute tun, daß mir das Böse anhanget.

22. Denn ich habe Lust an GOttes Gesetz nach dem inwendigen Menschen.

23. Ich sehe aber ein ander Gesetz in meinen Gliedern, das da widerstreitet dem Gesetz in meinem Gemüte und nimmt mich gefangen in der Sünde Gesetz, welches ist in meinen Gliedern.

24. Ich elender Mensch, wer wird mich erlösen von dem Leibe dieses Todes?

25. Ich danke GOtt durch JEsum Christum, unsern HErrn. So diene ich nun mit dem Gemüte dem Gesetz GOttes, aber mit dem Fleisch dem Gesetze der Sünde.

Das 8. Kapitel


Der Gläubigen Freiheit von der Verdammung. Wandel nach dem Geist, Trost wider die Leiden,

1. So ist nun nichts Verdammliches an denen, die in Christo JEsu sind, die nicht nach dem Fleisch wandeln, sondern nach dem Geist.

2. Denn das Gesetz des Geistes der da lebendig macht in Christo JEsu, hat mich freigemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes.

3. Denn was dem Gesetz unmöglich war (sintemal es durch das Fleisch geschwächet ward), das tat GOtt und sandte seinen Sohn in der Gestalt des sündlichen Fleisches und verdammte die Sünde im Fleisch durch Sünde,

4. auf daß die Gerechtigkeit, vom Gesetz erfordert, in uns erfüllet würde, die wir nun nicht nach dem Fleische wandeln sondern nach dem Geist.

5. Denn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnet; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnet.

6. Aber fleischlich gesinnet sein ist der Tod, und geistlich gesinnet sein ist Leben und Friede.

7. Denn fleischlich gesinnet sein ist eine Feindschaft wider GOtt, sintemal es dem Gesetze GOttes nicht untertan ist; denn es vermag es auch nicht.

8. Die aber fleischlich sind, mögen GOtt nicht gefallen.

9. Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, so anders GOttes Geist in euch wohnet. Wer aber Christi Geist nicht hat der ist nicht sein.

10. So aber Christus in euch ist so ist der Leib zwar tot um der Sünde willen; der Geist aber ist das Leben um der Gerechtigkeit willen.

11. So nun der Geist des, der JEsum von den Töten auferwecket hat, in euch wohnet, so wird auch derselbige, der Christum von den Toten auferwecket hat, eure sterblichen Leiber lebendig machen um deswillen, daß sein Geist in euch wohnet.

(Epistel am achten Sonntag nach Trinitatis.)

12. So sind wir nun, liebe Brüder, Schuldner nicht dem Fleisch, daß wir nach dem Fleisch leben.

13. Denn wo ihr nach dem Fleisch lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben.

14. Denn welche der Geist GOttes treibet, die sind GOttes Kinder.

15. Denn ihr habt nicht einen knechtischen Geist empfangen, daß ihr euch abermal fürchten müßtet, sondern ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch welchen wir rufen: Abba, lieber Vater!

16. Derselbige Geist gibt Zeugnis unserm Geist, daß wir GOttes Kinder sind.

17. Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich GOttes Erben und Miterben Christi, so Wir anders mit leiden, auf daß wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden.

18. Denn ich halte es dafür, daß dieser Zeit Leiden der Herrlichkeit nicht wert sei, die an uns soll offenbaret werden.

19. Denn das ängstliche Harren der Kreatur wartet auf die Offenbarung der Kinder GOttes,

20. sintemal die Kreatur unterworfen ist der Eitelkeit ohne ihren Willen, sondern um deswillen, der sie unterworfen hat auf Hoffnung.

21. Denn auch die Kreatur frei werden wird von dem Dienst des vergänglichen Wesens zu der herrlichen Freiheit der Kinder GOttes.

22. Denn wir wissen, daß alle Kreatur sehnet sich mit uns und ängstet sich noch immerdar.

23. Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir haben des Geistes Erstlinge, sehnen uns auch bei uns selbst nach der Kindschaft und warten auf unsers Leibes Erlösung.

24. Denn wir sind wohl selig, doch in der Hoffnung. Die Hoffnung aber, die man siehet, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man des, hoffen, das man siehet?

25. So wir aber des hoffen, das wir nicht sehen, so warten wir sein durch Geduld.

26. Desselbigengleichen auch der Geist hilft unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich‘s gebühret, sondern der Geist selbst vertritt uns aufs beste mit unaussprechlichem Seufzen.

27. Der aber die Herzen forschet, der weiß, was des Geistes Sinn sei; denn er vertritt die Heiligen nach dem, was GOtt gefällt..

28. Wir wissen aber, daß denen, die GOtt lieben, alle Dinge zum besten dienen, die nach dem Vorsatz berufen sind.

29. Denn welche er zuvor versehen hat, die hat er auch verordnet, daß sie gleich sein sollten dem Ebenbilde seines Sohns, auf daß derselbige der Erstgeborne sei unter vielen Brüdern.

30. Welche er aber verordnet hat, die hat er auch berufen; welche er aber berufen hat, die hat er auch gerecht gemacht; welche er aber hat gerecht gemacht, die hat er auch herrlich gemacht.

31. Was wollen wir denn hiezu sagen? Ist GOtt für uns, wer mag wider uns sein?

32. Welcher auch seines eigenen Sohnes nicht hat verschonte, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben, wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?

33. Wer will die Auserwählten GOttes beschuldigen? GOtt ist hie, der da gerecht macht.

34. Wer will verdammen? Christus ist hie, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferwecket ist, welcher ist zur Rechten GOttes und vertritt uns.

35. Wer will uns scheiden von der Liebe GOttes? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Fährlichkeit oder Schwert?

36. Wie geschrieben stehet: Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet für Schlachtschafe.

37. Aber in dem allem überwinden wir weit um deswillen, der uns geliebet hat.

38. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentum noch Gewalt, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,

39. weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe GOttes, die in Christo JEsu ist, unserm HErrn.

Das 9. Kapitel


Die Erwählung hängt nicht am äußerlichen Vorzug, sondern an Gottes Gnade.

1. Ich sage die Wahrheit in Christo und lüge nicht, des mir Zeugnis gibt mein Gewissen in dem Heiligen Geist,

2. daß ich große Traurigkeit und Schmerzen ohne Unterlaß in meinem Herzen habe.

3. Ich habe gewünschet, verbannet zu sein von Christo für meine Brüder, die meine Gefreundeten sind nach dem Fleisch,

4. die da sind von Israel, welchen gehört die Kindschaft und die Herrlichkeit und der Bund und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißung;

5. welcher auch sind die Väter, aus welchen Christus herkommt nach dem Fleische, der da ist GOtt über alles, gelobet in Ewigkeit! Amen. Aber nicht sage ich solches, daß GOttes Wort darum aus sei. Denn es sind nicht alle Israeliten, die von Israel sind;

7. auch nicht alle, die Abrahams Same sind, sind darum auch Kinder, sondern: In Isaak soll dir der Same genannt sein.

8. Das ist, nicht sind das GOttes Kinder, die nach dem Fleisch Kinder sind, sondern die Kinder der Verheißung werden für Samen gerechnet.

9. Denn dies ist ein Wort der Verheißung, da er spricht: Um diese Zeit will ich kommen, und Sara soll einen Sohn haben.

10. Nicht allein aber ist‘s mit dem also, sondern auch, da Rebekka von dem einigen Isaak, unserm Vater, schwanger ward;

11. ehe die Kinder geboren waren und weder Gutes noch Böses getan hatten, auf daß der Vorsatz GOttes bestünde nach der Wahl, ward zu ihr gesagt,

12. nicht aus Verdienst der Werke, sondern aus Gnaden des Berufes, also: Der Größere soll dienstbar werden dem Kleinern,

13. wie denn geschrieben stehet: Jakob habe ich geliebet, aber Esau habe ich gehasset.

14. Was wollen wir denn hie sagen? Ist denn GOtt ungerecht? Das sei ferne!

15. Denn er spricht zu Mose: Welchem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und welches ich mich erbarme, des erbarme ich mich.

16. So liegt es nun nicht an jemandes Wollen oder Laufen, sondern an GOttes Erbarmen.

17. Denn die Schrift sagt zu Pharao: Eben darum hab‘ ich dich erweckt, daß ich an dir meine Macht erzeige, auf daß mein Name verkündiget werde in allen Landen.

18. So erbarmet er sich nun; welches er will, und verstocket, welchen er will.

19. So sagest du zu mir: Was schuldiget er denn uns? Wer kann seinem Willen widerstehen?

20. Ja, lieber Mensch, Wer bist du denn, daß du mit GOtt rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich also?

21. Hat nicht ein Töpfer Macht, aus einem Klumpen zu machen ein Faß zu Ehren und das andere zu Unehren?

22. Derhalben, da GOtt wollte Zorn erzeigen und kundtun seine Macht, hat er mit großer Geduld getragen die Gefäße des Zorns, die da zugerichtet sind zur Verdammnis,

23. auf daß er kundtäte den Reichtum seiner Herrlichkeit an den Gefäßen der Barmherzigkeit, die er bereitet hat zur Herrlichkeit,

24. welche er berufen hat, nämlich uns, nicht allein aus den Juden, sondern auch aus den Heiden.

25. Wie er denn auch durch Hosea spricht: Ich will das mein Volk heißen, das nicht mein Volk war, und meine Liebe, die nicht die Liebe war.

26. Und soll geschehen, an dem Ort, da zu ihnen gesagt ward: Ihr seid nicht mein Volk, sollen sie Kinder des lebendigen GOttes genannt werden.

27. Jesaja aber schreiet für Israel: Wenn die Zahl der Kinder von Israel würde sein wie der Sand am Meer, so wird doch das übrige selig werden;

28. Denn es wird ein Verderben und Steuern geschehen zur Gerechtigkeit, und der HErr wird dasselbige Steuern tun auf Erden.

29. Und wie Jesaja davor sagt: Wenn uns nicht der HErr Zebaoth hätte lassen Samen überbleiben, so wären wir wie Sodom worden und gleichwie Gomorra.

30. Was wollen wir nun hie sagen? Das wollen wir sagen: Die Heiden, die nicht haben nach der Gerechtigkeit gestanden, haben die Gerechtigkeit erlanget; ich sage aber von der Gerechtigkeit, die aus dem Glauben kommt.

31. Israel aber hat dem Gesetz der Gerechtigkeit nachgestanden und hat das Gesetz der Gerechtigkeit nicht überkommen.

32. Warum das? Darum, daß sie es nicht aus dem Glauben, sondern als aus den Werken des Gesetzes suchen. Denn sie haben sich gestoßen an den Stein des Anlaufens,

33. wie geschrieben stehet: Siehe da, ich lege in Zion einen Stein des Anlaufens und einen Fels des Ärgernisses; und wer an ihn glaubet, der soll nicht zuschanden werden.

Das 10. Kapitel


Die Erkenntnis der Erwählung ist nicht zu finden im Gesetz, sondern im Evangelium.

1. Liebe Brüder, meines Herzens Wunsch ist, und flehe auch zu GOtt für Israel, daß sie selig werden.

2. Denn ich gebe ihnen das Zeugnis, daß sie eifern um GOtt, aber mit Unverstand.

3. Denn sie erkennen die Gerechtigkeit nicht, die vor GOtt gilt, und trachten, ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten, und sind also der Gerechtigkeit, die vor GOtt gilt, nicht untertan.

4. Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubet, der ist gerecht.

5. Mose schreibt wohl von der Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt: Welcher Mensch dies tut, der wird darinnen leben.

6. Aber die Gerechtigkeit aus dem Glauben spricht also: Sprich nicht in deinem Herzen: Wer will hinauf gen Himmel fahren? (Das ist nichts anderes, denn Christum herabholen.)

7. Oder: Wer will hinab in die Tiefe fahren? (Das ist nichts anderes, denn Christum von den Toten holen.)

8. Aber was sagt sie? Das Wort ist dir nahe, nämlich in deinem Munde und in deinem Herzen.

(Epistel am Andreastag.)

Dies ist das Wort vom Glauben, das wir predigen.

9. Denn so du mit deinem Munde bekennest JEsum, daß er der HErr sei, und glaubest in deinem Herzen, daß ihn GOtt von den Toten auferweckt hat, so wirst du selig.

10. Denn so man von Herzen glaubet, so wird man gerecht, und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig.

11. Denn die Schrift spricht: Wer an ihn glaubet, wird nicht zuschanden werden.

12. Es ist hie kein Unterschied unter Juden und Griechen; es ist aller zumal ein HErr, reich über alle, die ihn anrufen.

13. Denn wer den Namen des HErrn wird anrufen, soll selig werden.

14. Wie sollen sie aber anrufen, an den sie nicht glauben? Wie sollen sie aber glauben, von dem sie nichts gehöret haben? Wie sollen sie aber hören ohne Prediger?

15. Wie sollen sie aber predigen, wo sie nicht gesandt werden? wie denn geschrieben stehet: Wie lieblich sind die Füße derer, die den Frieden verkündigen, die das Gute verkündigen!

16. Aber sie sind nicht alle dem Evangelium gehorsam. Denn Jesaja spricht: HErr, wer glaubet unserm Predigen?

17. So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort GOttes.

18. Ich sage aber: Haben sie es nicht gehörte? Zwar es ist je in alle Lande ausgegangen ihr Schall und in alle Welt ihre Worte.

19. Ich sage aber: Hat es Israel nicht erkannt? Der erste Mose spricht: Ich will euch eifern machen über dem, das nicht mein Volk ist, und über einem unverständigen Volk will ich euch erzürnen

20. Jesaja aber darf wohl so sagen: Ich bin erfunden von denen, die mich nicht gesucht haben, und bin erschienen denen die nicht nach mir gefragt haben.

21. Zu Israel aber spricht er: Den ganzen Tag habe ich meine Hände ausgestrecket zu dem Volk, das sich nicht sagen lässet und widerspricht.

Das 11. Kapitel


Die Erwählung ist unwandelbar.

1. So sage ich nun: Hat denn GOtt sein Volk verstoßen? Das sei ferne! Denn ich bin auch ein Israelit von dem Samen Abrahams, aus dem Geschlecht Benjamin.

2. GOtt hat sein Volk nicht verstoßen, welches er zuvor versehen hat. Oder wisset ihr nicht, was die Schrift sagt von Elia, wie er tritt vor GOtt wider Israel und spricht:

3. HErr, sie haben deine Propheten getötet und haben deine Altäre ausgegraben; und ich bin allein überblieben, und sie stehen mir nach meinem Leben?

4. Aber was sagt ihm die göttliche Antwort? Ich habe mir lassen überbleiben siebentausend Mann, die nicht haben ihre Kniee gebeuget vor dem Baal.

5. Also gehet‘s auch jetzt zu dieser Zeit mit diesen Überbliebenen nach der Wahl der Gnaden.

6. Ist‘s aber aus Gnaden, so ist‘s nicht aus Verdienst der Werke, sonst würde Gnade nicht Gnade sein. Ist‘s aber aus Verdienst der Werke, so ist die Gnade nichts, sonst wäre Verdienst nicht Verdienst.

7. Wie denn nun? Was Israel sucht, das erlangt es nicht; die Wahl aber erlanget es. Die andern sind verstockt,

8. wie geschrieben stehet: GOtt hat ihnen gegeben einen erbitterten Geist, Augen, daß sie nicht sehen, und Ohren, daß sie nicht hören, bis auf den heutigen Tag.

9. Und David spricht: Laß ihren Tisch zu einem Strick werden und zu einer Berückung und zum Ärgernis und ihnen zur Vergeltung.

10. Verblende ihre Augen, daß sie nicht sehen, und beuge ihren Rücken allezeit.

11. So sage ich nun: Sind sie darum angelaufen, daß sie fallen sollten? Das sei ferne! Sondern aus ihrem Fall ist den Heiden das Heil widerfahren, auf daß sie denen nacheifern sollten.

12. Denn so ihr Fall der Welt Reichtum ist, und ihr Schade ist der Heiden Reichtum, wieviel mehr, wenn ihre Zahl voll würde?

13, Mit euch Heiden rede ich; denn dieweil ich der Heiden Apostel bin, will ich mein Amt preisen,

14. ob ich möchte die, so mein Fleisch sind, zu eifern reizen und ihrer etliche selig machen.

15. Denn so ihr Verlust der Welt Versöhnung ist, was wäre das anders, denn das Leben von den Toten nehmen?

16. Ist der Anbruch heilig, so ist auch der Teig heilig, und so die Wurzel heilig ist, so sind auch die Zweige heilig.

17. Ob aber nun etliche von den Zweigen zerbrochen sind, und du, da du ein wilder Ölbaum warest, bist unter sie gepfropfet und teilhaftig worden der Wurzel und des Safts im Ölbaum, so rühme dich nicht wider die Zweige. Rühmest du dich aber wider sie, so sollst du wissen, daß du die Wurzel nicht trägest, sondern die Wurzel träget dich.

19. So sprichst du: Die Zweige sind zerbrochen, daß ich hineingepfropfet würde.

20. Ist wohl geredet. Sie sind zerbrochen um ihres Unglaubens willen; du stehest aber durch den Glauben. Sei nicht stolz, sondern fürchte dich‘..

21. Hat GOtt der natürlichen Zweige nicht verschonet, daß er vielleicht dein auch nicht verschone.

22. Darum schaue die Güte und den Ernst GOttes: den Ernst an denen, die gefallen sind, die Güte aber an dir, soferne du an der Güte bleibest; sonst wirst du auch abgehauen werden.

23. Und jene, so sie nicht bleiben in dem Unglauben, werden sie eingepfropfet werden; GOtt kann sie wohl wieder ein pfropfen.

24. Denn so du aus dem Ölbaum, der von Natur wild war, bist ausgehauen und wider die Natur in den guten Ölbaum gepfropfet, wieviel mehr werden die natürlichen eingepfropfet in ihren eigenen Ölbaum!

25. Ich will euch nicht verhalten, liebe Brüder, dieses Geheimnis, auf daß ihr nicht stolz seid. Blindheit ist Israel einesteils widerfahren, so lange, bis die Fülle der Heiden eingegangen sei,

26. und also das ganze Israel selig werde, wie geschrieben stehet: Es wird kommen aus Zion, der da erlöse und abwende das gottlose Wesen von Jakob.

27. Und dies ist mein Testament mit ihnen, wenn ich ihre Sünden werde weg nehmen.

28. Nach dem Evangelium halte ich sie für Feinde um euretwillen; aber nach der Wahl habe ich sie lieb um der Väter willen.

29. GOttes Gaben und Berufung mögen ihn nicht gereuen.

30. Denn gleicherweise, wie auch ihr nicht habt geglaubet an GOtt, nun aber habt ihr Barmherzigkeit überkommen über ihrem Unglauben,

31. also auch jene haben jetzt nicht wollen glauben an die Barmherzigkeit, die euch widerfahren ist, auf daß sie auch Barmherzigkeit überkommen.

32. Denn GOtt hat alles beschlossen unter den Unglauben, auf daß er sich aller erbarme.

(Epistel am Fest Trinitatis.)

33. 0 welch eine Tiefe des Reichtums, beide, der Weisheit und Erkenntnis GOttes! Wie gar unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!

34. Denn wer hat des HErrn Sinn erkannt? Oder wer ist sein Ratgeber gewesen?

35. Oder wer hat ihm etwas zuvor gegeben, das ihm werde wieder vergolten?

36. Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.]

Das 12. Kapitel


Christliche Lebensregeln.

(Epistel am ersten Sonntag nach Epiphanias.)

1. Ich ermahne euch, liebe Brüder, durch die Barmherzigkeit GOttes, daß ihr eure Leiber begebet zum Opfer, das da lebendig, heilig und GOtt wohlgefällig sei, welches sei euer vernünftiger Gottesdienst.

2. Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf daß ihr prüfen möget, welches da sei der gute, der wohlgefällige und der vollkommene Gotteswille.

3. Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedermann unter euch, daß niemand weiter von sich halte, denn sich‘s gebührt zu halten, sondern daß von sich mäßiglich halte, ein jeglicher nachdem GOtt ausgeteilet hat das Maß des Glaubens.

4. Denn gleicherweise, als wir in einem Leibe viel Glieder haben, aber alle Glieder nicht einerlei Geschäft haben,

5. also sind wir viele ein Leib in Christo; aber untereinander ist einer des andern Glied.

6. Und haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist.

(Epistel am zweiten Sonntag nach Epiphanias.)

7. Hat jemand Weissagung, so sei sie dem Glauben ähnlich. Hat jemand ein Amt so warte er des Amts. Lehret jemand, so warte er der Lehre.

8. Ermahnet jemand, so warte er des Ermahnens. Gibt jemand, so gebe er einfältiglich. Regieret jemand, so sei er sorgfältig. Übet jemand Barmherzigkeit, so tu er's mit Lust.

(Epistel am Tage Maria Heimsuchung.)

9. Die Liebe sei nicht falsch. Hasset das Arge, hanget dem Guten an.

10. Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem andern mit Ehrerbietung zuvor.

11. Seid nicht träge, was ihr tun sollt. Seid brünstig im Geiste. Schicket euch in die Zeit.

12. Seid fröhlich in Hoffnung; geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet.

13. Nehmet euch der Heiligen Notdurft an. Herberget gerne.

14. Segnet, die euch verfolgen; segnet, und fluchet nicht.

15. Freuet euch mit den Fröhlichen und weinet mit den Weinenden.

16. Habt einerlei Sinn untereinander. Trachtet nicht nach hohen Dingen, sondern haltet euch herunter zu den Niedrigen.

(Epistel am dritten Sonntag nach Epiphanias.

17. Haltet euch nicht selbst für klug. Vergeltet niemand Böses mit Bösem. Fleißiget euch der Ehrbarkeit gegen jedermann.

18. Ist es möglich, soviel an euch ist, so habt mit allen Menschen Frieden.

19. Rächet euch selber nicht, meine Liebsten, sondern gebet Raum dem Zorn; denn es stehet geschrieben: Die Rache ist mein; ich will vergelten, spricht der HErr.

20. So nun deinen Feind hungert, so speise ihn; dürstet ihn, so tränke ihn. Wenn du das tust, so wirst du feurige Kohlen auf sein Haupt sammeln.

21. Laß dich nicht das Böse überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.]

Das 13. Kapitel


Wie man sich gegen die Obrigkeit, den Nächsten und sich selber verhalten soll.

1. Jedermann sei untertan der Obrigkeit, die Gewalt über ihn hat. Denn es ist keine Obrigkeit ohne von GOtt; wo aber Obrigkeit ist, die ist von GOtt verordnet.

2. Wer sich nun wider die Obrigkeit setzet, der widerstrebet GOttes Ordnung; die aber widerstreben,. werden über sich ein Urteil empfangen.

3. Denn die Gewaltigen sind nicht den guten Werken, sondern den bösen zu fürchten. Willst du dich aber nicht fürchten vor der Obrigkeit, so tue Gutes, so wirst du Lob von derselbigen haben;

4. denn sie ist GOttes Dienerin dir zu gut. Tust du aber Böses, so fürchte dich; denn sie trägt das Schwert nicht umsonst; sie ist GOttes Dienerin, eine Rächerin zur Strafe über den, der Böses tut.

5. So seid nun aus Not untertan, nicht allein um der Strafe willen, sondern auch um des Gewissens willen.

6. Derhalben müsset ihr auch Schoß geben; denn sie sind GOttes Diener, d3 solchen Schutz sollen handhaben.

7. So gebet nun jedermann, was ihr schuldig seid: Schoße dem der Schoß gebührt; Zoll, dem der Zoll gebührt; Furcht dem die Furcht gebührt; Ehre, dem die Ehre gebührt.

(Epistel am vierten Sonntag nach Epiphanis.)

8. Seid niemand nichts schuldig, denn daß ihr euch untereinander liebet; denn wer den andern liebet, der hat das Gesetz erfüllet.

9. Denn das da gesagt ist: Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; dich soll nichts gelüsten, und so ein ander Gebot mehr ist, das wird in diesem Wort verfasset: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst:

10. Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung.

(Epistel am ersten Sonntag des Advents.)

11. Und weil wir solches wissen, nämlich die Zeit, daß die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, sintemal unser Heil jetzt näher ist, denn da wir‘s glaubten,

12. die Nacht ist vergangen, der Tag aber herbeikommen: so lasset uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichtes.

13. Lasset uns ehrbarlich wandeln, als am Tage, nicht in Fressen und Saufen, nicht in Kammern und Unzucht, nicht in Hader und Neid.

14. sondern ziehet an den HErrn JEsum Christum und wartet des Leibes, doch also, daß er nicht geil werde.]

Das 14. Kapitel


Wie man sich gegen die Schwachgläubigen verhalten soll.

1. Den Schwachen im Glauben nehmet auf und verwirret die Gewissen nicht.

2. Einer glaubt, er möge allerlei essen; welcher aber schwach ist, der isset Kraut.

3. Welcher isset, der verachte den nicht, der da nicht isset; und welcher nicht isset, der richte den nicht, der da isset; denn GOtt hat ihn aufgenommen.

4. Wer bist du, daß du einen fremden Knecht richtest? Er stehet oder fället seinem Herrn. Er mag aber wohl aufgerichtet werden; denn GOtt kann ihn Wohl aufrichten.

5. Einer hält einen Tag vor dem andern; der andere aber hält alle Tage gleich. Ein jeglicher seiner Meinung gewiß.

6. Welcher auf die Tage hält, der tut‘s dem HErrn; und welcher nichts darauf hält, der tut‘s auch dem HErrn. Welcher isset, der isset dem HErrn; denn er danket GOtt. Welcher nicht isset, der isset dem HErrn nicht und danket GOtt.

7. Denn unser keiner lebt sich selber, und keiner stirbt sich selber.

8. Leben wir, so leben wir dem HErrn; sterben wir, so sterben wir dem HErrn. Damm, wir leben oder sterben, so sind wir des HErrn.

9. Denn dazu ist Christus auch gestorben und auferstanden und wieder lebendig worden, daß er über Tote und Lebendige HErr sei.

10. Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du anderer, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden alle vor dem Richterstuhl Christi dargestellt wer-den,

11. nachdem geschrieben stehet: So wahr als ich lebe, spricht der HErr, mir sollen alle Kniee gebeuget werden, und alle Zungen sollen GOtt bekennen.

12. So wird nun ein jeglicher für sich selbst GOtt Rechenschaft geben.

13. Darum lasset uns nicht mehr einer den andern richten, sondern das richtet vielmehr, daß niemand seinem Bruder einen Anstoß oder Ärgernis darstelle.

14. Ich weiß und bin‘s gewiß in dem HErrn JEsu, daß nichts gemein ist an sich selbst; ohne der es rechnet für gemein, demselbigen ist‘s gemein.

15. So aber dein Bruder über deine Speise betrübet wird, so wandelst du schon nicht nach der Liebe. Lieber, verderbe den nicht mit deiner Speise, um welchen willen Christus gestorben ist!

16. Darum schaffet, daß euer Schatz nicht verlästert werde!

17. Denn das Reich GOttes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude in dem Heiligen Geiste.

18. Wer darinnen Christo dienet, der ist GOtt gefällig und den Menschen wert.

19. Darum lasset uns dem nachstreben, was zum. Frieden dienet, und was zur Besserung untereinander dienet.

20. Lieber, verstöre nicht um der Speise willen GOttes Werk! Es ist zwar alles rein, aber es ist nicht gut dem, der es isset mit einem Anstoß seines Gewissens.

21. Es ist besser, du essest kein Fleisch und trinkest keinen Wein oder das, daran sich dein Bruder stößet oder ärgert oder schwach wird.

22. Hast du den Glauben, so habe ihn bei dir selbst vor GOtt. Selig ist, der sich selbst kein Gewissen macht in dem, was er annimmt.

23. Wer aber darüber zweifelt und isset doch, der ist verdammt; denn es gehet nicht aus dem Glauben. Was aber nicht aus dem Glauben gehet, das ist Sünde.

Das 15. Kapitel


Warum die Schwachgläubigen mit Geduld zu tragen sind, und wie man zum christlichen Leben kommen möge.

1. Wir aber, die wir stark sind, sollen der Schwachen Gebrechlichkeit tragen und nicht Gefallen an uns selber haben.

2. Es stelle sich aber ein jeglicher unter uns also, daß er seinem Nächsten gefalle zum Guten, zur Besserung.

3. Denn auch Christus nicht an sich selber Gefallen hatte, sondern wie geschrieben stehet: Die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind über mich gefallen.

(Epistel am zweiten Sonntag des Advents.)

4. Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, auf daß wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben.

5. GOtt aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einerlei gesinnet seid untereinander nach JEsu Christo,

6. auf daß ihr einmütiglich mit einem Munde lobet GOtt und den Vater unsers HErrn JEsu Christi.

7. Darum nehmet euch untereinander auf, gleichwie euch Christus hat aufgenommen zu GOttes Lobe.

8. Ich sage aber, daß JEsus Christus sei ein Diener gewesen der Beschneidung um der Wahrheit willen GOttes, zu bestätigen die Verheißung, den Vätern geschehen,

9. daß die Heiden aber GOtt loben um der Barmherzigkeit willen, wie geschrieben stehet: Darum will ich dich loben unter den Heiden und deinem Namen singen.

10. Und abermal spricht er: Freuet euch, ihr Heiden, mit seinem Volk!

11. Und abermal: Lobet den HErrn, alle Heiden, und preiset ihn, alle Völker!

12. Und abermal spricht Jesaja: Es wird sein die Wurzel Jesse, und der auferstehen wird, zu herrschen über die Heiden; auf den werden die Heiden hoffen.

13. GOtt aber der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben daß ihr völlige Hoffnung habet durch die Kraft des Heiligen Geistes.]

14. Ich weiß aber fast wohl von euch, liebe Brüder, daß ihr selbst voll Gültigkeit seid, erfüllet mit aller Erkenntnis, daß ihr euch untereinander könnet ermahnen.

15. Ich hab‘s aber dennoch gewagt und euch etwas wollen schreiben, liebe Brüder, euch zu erinnern, um der Gnade willen, die mir von GOtt gegeben ist,

16. daß ich, soll sein ein Diener Christi unter den Heiden, zu opfern das Evangelium GOttes, auf daß die Heiden ein Opfer werden, GOtt angenehm, geheiliget durch den Heiligen Geist.

17. Darum kann ich mich rühmen in JEsu Christo, daß ich GOtt diene.

18. Denn ich dürfte nicht etwas reden, wo dasselbige Christus nicht durch mich wirkte, die Heiden zum Gehorsam zu bringen durch Wort und Werk,

19. durch Kraft der Zeichen und Wunder und durch Kraft des Geistes GOttes, also daß ich von Jerusalem an und umher bis an Illyrikum alles mit dem Evangelium Christi erfüllet habe,

20. und mich sonderlich geflissen, das Evangelium zu predigen, wo Christi Name nicht bekannt war, auf daß ich nicht auf einen fremden Grund bauete

21. sondern wie geschrieben stehet: Welchen nicht ist von ihm verkündiget, die sollen‘s sehen, und welche nicht gehöret haben, sollen‘s verstehen.

22. Das ist auch die Sache, darum ich vielmal verhindert bin, zu euch zu kommen.

23. Nun ich aber nicht mehr Raum habe in diesen Ländern, habe aber Verlangen, zu euch zu kommen, von vielen Jahren her:

24. wenn ich reisen werde nach Spanien, will ich zu euch kommen. Denn ich hoffe, daß ich da durchreisen und euch sehen werde und von euch dorthin geleitet werden möge, so doch, daß ich zuvor mich ein wenig mit euch ergötze. Nun aber fahre ich hin gen Jerusalem den Heiligen zu Dienst.

26. Denn die aus Mazedonien und Achaja haben williglich eine gemeine Steuer zusammengelegt den armen Heiligen zu Jerusalem.

27. Sie haben‘s williglich getan und sind auch ihre Schuldner. Denn so die Heiden sind ihrer geistlichen Güter teilhaftig worden, ist‘s billig, daß sie ihnen

auch in leiblichen Gütern Dienst beweisen.

28. Wenn ich nun solches ausgerichtet und ihnen diese Frucht versiegelt habe, will ich durch euch nach Spanien ziehen.

29. Ich weiß aber, wenn ich zu euch komme, daß ich mit vollem Segen des Evangeliums Christi kommen werde.

30. Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, durch unsern HErrn JEsum Christum und durch die Liebe des Geistes, daß ihr mir helfet kämpfen mit Beten für mich zu GOtt,

31. auf daß ich errettet werde von den Ungläubigen in Judäa, und daß mein Dienst, den ich gen Jerusalem tue, angenehm werde den Heiligen,

32. auf daß ich mit Freuden zu euch komme durch den Willen GOttes und mich mit euch erquicke.

33. Der GOtt aber des Friedens sei mit euch allen! Amen.

Das 16. Kapitel


Empfehlung der Phöbe, große, Warnung und Danksagung.

1. Ich befehle euch aber unsere Schwester Phöbe, welche ist am Dienste der Gemeinde zu Kenchreä,

2. daß ihr sie aufnehmet in dem HErrn, wie sich‘s ziemet den Heiligen, und tut ihr Beistand in allem Geschäfte, darinnen sie euer bedarf. Denn sie hat auch vielen Beistand getan, auch mir selbst.

3. Grüßet die Priscilla und den Aquila, meine Gehilfen in Christo JEsu, welche haben für mein Leben ihre Hälse dargegeben, welchen nicht allein ich danke, sondern alle Gemeinden unter den Heiden.

5. Auch grüßet die Gemeinde in ihrem Hause. Grüßet Epänetum, meinen Liebsten, welcher ist der Erstling unter denen aus Achaja in Christo.

6. Grüßet Maria, welche viel Mühe und Arbeit mit uns gehabt hat.

7. Grüsset den Andronikus und den Junias, meine Gefreundeten und meine Mitgefangenen, welche sind berühmte Apostel und vor mir gewesen in Christo.

8. Grüßet Amplias, meinen Lieben in dem HErrn.

9. Grüßet Urban, unsern Gehilfen in Christo und Stachys, meinen Lieben.

10. Grüßet Apelles, den Bewährten in Christo. Grüßet, die da sind von des Aristobulus Gesinde.

11. Grüßet Herodionus, meinen Gefreundeten. Grüßet, die da sind von des Narcissus Gesinde in dem HErrn.

12. Grüßet die Tryphäna und die Tryphosa, welche in dem HErrn gearbeitet haben. Grüßet die Persida, meine Liebe, welche in dem HErrn viel gearbeitet hat.

13. Grüßet Rufus, den Auserwählten in dem HErrn, und seine und meine Mutter.

14. Grüßet Asynkritus und Phlegon, Hermas, Patrobas, Hermes und die Brüder bei ihnen.

15. Grüßet Philologus und die Julia, Nereus und seine Schwester und Olympas und alle Heiligen bei ihnen.

16. Grüßet euch untereinander mit dem heiligen Kuß. Es grüßen euch die Gemeinden Christi.

17. Ich ermahne aber euch, liebe Brüder, daß ihr aufsehet auf die, die da Zertrennung und Ärgernis anrichten neben der Lehre, die ihr gelernet habt, und weichet von denselbigen!

18. Denn solche dienen nicht dem HErr JEsu Christo, sondern ihrem Bauche; und durch süße Worte und prächtige Rede verführen sie die unschuldigen Her-zen.

19. Denn euer Gehorsam ist unter jedermann auskommen. Derhalben freue ich mich über euch. Ich will aber, daß .ihr weise seid aufs Gute, aber einfältig aufs Böse.

20. Aber der GOtt des Friedens zertrete den Satan unter eure Füße in kurzem! Die Gnade unsers HErrn JEsu Christi sei mit euch!

21. Es grüßen euch Timotheus, mein Gehilfe, und Lucius und Jason und Sosipater, meine Gefreundeten.

22. Ich, Tertius, grüße euch, der ich diesen Brief geschrieben habe, in dem HErrn

23. Es grüßet euch Gajus, mein und der ganzen Gemeinde Wirt. Es grüßet euch Erastus, der Stadt Rentmeister, und Quartus, der Bruder.

24. Die Gnade unsers HErrn. Jesu Christi sei mit euch allen! Amen.

25. Dem aber, der euch stärken kann laut meines Evangeliums und Predigt von JEsu Christo, durch welche das Geheimnis offenbaret ist, das von der Welt her verschwiegen gewesen ist,

26. nun aber offenbaret, auch kundgemacht durch der Propheten Schriften aus Befehl des ewigen GOttes, den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden:

27. demselbigen GOtt, der allein weise ist, sei Ehre durch Jesum Christum in Ewigkeit! Amen.

An die Römer gesandt von Korinth durch Phöbe, die am Dienst war der Gemeinde zu Kenchrea.




 

 
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